Informationen zum Strukturdialog, Beschluss des Grossen Kirchenrats

Liebe Mitglieder der Kirchgemeinde Paulus
Nach Gesprächen mit Behörden und Berufsgruppen hat sich die Projektkommission Strukturdialog I im Dezember 2011 zu einer Klausur getroffen. Die Arbeitstagung fand auf dem Gurten statt, mit Blick auf einen Grossteil der Kirchentürme von Bern – und plötzlich war sie da, die Idee einer Kirchgemeinde Bern.
Wann und woher sie kam wussten wir im Nachhinein nicht mehr, aber sie war da, löste Staunen aus, Fassungslosigkeit, Lachen und Kopfschütteln, und sie blieb und gab zu kauen und manchmal auch zu beissen. Auch die Dringlichkeit einer Lösung blieb: Die Mitgliederzahlen blieben rückläufig und, im Vergleich dazu, die finanziellen und personellen Ressourcen immer unverhältnismässiger. In der Zwischenzeit hat die Projektkommission Strukturdialog II die Arbeit aufgenommen und dem Grossen Kirchenrat am 5. April ein umfangmässig und inhaltlich beachtliches Paket an Dokumenten, Arbeitspapieren mit Lösungsansätzen und mit Für-und-Wider-Erwägungen und Leitsätzen vorgelegt (www.strukturdialog.ch).

Entsprechend den Anträgen hat der Grosse Kirchenrat
• zustimmend Kenntnis genommen von den Leitsätzen betreffend Eckwerte für eine Kirchgemeinde Bern
und u.a. beschlossen,
• sich als Gesamtkirchgemeinde an der Erarbeitung einer entsprechenden Fusionsvorlage zu beteiligen und gleichzeitig die Kirchgemeinden einzuladen, am 19./20. August 2017 ihrerseits einen entsprechenden Grundsatzbeschluss zum Projekt eine «Kirchgemeinde Bern» zu fassen.

Voraussichtlich am dritten Wochenende im August werden also alle zwölf ev.-ref. Kirchgemeinden der Stadt Bern entscheiden, ob sie sich im Sinne der Leitsätze an der Erarbeitung einer Fusionsvorlage beteiligen wollen.

Für Sie, liebe Mitglieder der Paulus-Kirchgemeinde, heisst das, dass Sie mitentscheiden, ob die KG Paulus dem Projekt im Grundsatz zustimmen kann, sich an der Erarbeitung einer Fusionsvorlage beteiligen, und den Kirchgemeinderat mit dem Vollzug beauftragen will.

Als Länggässlerin seit Geburt und Paulus-Zugehörige seit Taufe sind Quartier und Kirchgemeinde meine Heimat und der Gedanke, eines Tages «nur noch» Teil eines «Kreises» zu sein, schmerzt hie und da ein «Biss»-chen. Aber dann fällt mir Kurt Martis «gesellige Gottheit» (S. 12) ein: Die Pauluskirche bleibt ein pied-à-terre!
Erika Hostettler, Präsidentin Kirchgemeindeversammlung

Kurz vor Redaktionsschluss wurde bekannt, dass eine Beschwerde gegen den Beschluss des Grossen Kirchenrates eingereicht wurde. Ob diese Beschwerde Einfluss auf die Planung der Kirchgemeindeversammlung hat, wissen wir im Moment noch nicht. Wir werden rechtzeitig informieren.
Im Namen des Kirchgemeinderates, Beatrice Tobler

 

 

(bearbeitet: 5. Mai 2017 / kf)